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Meshnetze

Wir haben jetzt einen offiziellen MeshCore-Kanal: #kf

02. August 2026

Kurz und gut: KÄRNTEN FUNKT hat ab sofort einen eigenen Kanal im MeshCore-Netz. Er heißt #kf, ist offen für alle und wartet auf unserer MeshCore-Seite als QR-Code zum Scannen.

MeshCore-Kanal #kf von KÄRNTEN FUNKT – QR-Code zum Hinzufügen
Direkt scannen: Menü → Kanal hinzufügen → QR-Code scannen

Warum ein zweites Mesh?

Die naheliegende Frage zuerst: Wir reden seit Jahren über Meshtastic – warum jetzt noch ein Netz?

Weil die beiden unterschiedliche Dinge gut können. Meshtastic ist für dynamische Ad-hoc-Netze gebaut: Geräte kommen, gehen, bewegen sich, jedes Handgerät leitet standardmäßig mit weiter. In einem dünn besiedelten Netz ist das genau richtig – jeder neue Knoten verbessert die Abdeckung.

MeshCore geht vom anderen Ende heran: geplante Infrastruktur. Nur feste Repeater leiten weiter, Handgeräte senden und empfangen ausschließlich. Direktnachrichten laufen über gespeicherte Pfade, statt durchs ganze Netz zu fluten. Das Ergebnis ist deutlich weniger Hintergrundverkehr – und Sendezeit ist auf einem geteilten Band die knappste Ressource, die es gibt.

Wer es genauer wissen will: Routing, Rollen, MQTT, Verschlüsselung und die Rechtslage in Österreich haben wir vor Kurzem im Detail gegenübergestellt – nüchtern, ohne Lagerdenken.

Praktisch heißt das: Ein Entweder-oder ist es nicht. Beide laufen auf derselben Hardware. Wer ein Meshtastic-Board hat, flasht es um, schaut sich MeshCore an, und flasht zurück, wenn es ihm nicht taugt. Etliche bei uns betreiben schlicht zwei Boards.

Was über #kf läuft

Alles, was man sich unter einem offenen Vereinskanal vorstellt: Wer ist gerade QRV, wer testet welche Antenne, wer hat einen neuen Repeater aufgestellt, wer sitzt am Berg und probiert die Reichweite aus. Kein Programm, keine Sendezeiten – einfach der Ort, an dem man sich trifft.

Besonders praktisch ist der Kanal bei Ausflügen und Übungen: Wenn im Tal das Handynetz aufgibt, steht die Textverbindung trotzdem. Genau dafür ist die Technik gemacht.

Ein Wort zur Vertraulichkeit

#kf ist ein öffentlicher Kanal. Der Schlüssel steht frei zugänglich auf unserer Website. Damit kann jeder in Funkreichweite mitlesen und unter beliebigem Namen senden.

Das ist Absicht. Ein Kanal, für den man erst jemanden anschreiben muss, wächst nicht. Wir wollen, dass möglichst viele mitfunken – also machen wir die Tür auf.

Was das im Gegenzug bedeutet, gehört genauso deutlich gesagt: Nichts Vertrauliches über #kf. Keine Adressen, keine Telefonnummern, keine Passwörter, keine Absprachen, die niemanden sonst etwas angehen. Die AES-Verschlüsselung des Kanals hält fremden Verkehr aus dem Kanal heraus – sie schützt nicht davor, dass jemand mitliest. Behandle den Kanal wie ein offenes Funkgespräch, denn genau das ist er. Für Privates gibt es Direktnachrichten oder einen eigenen Kanal mit eigenem Schlüssel.

In drei Schritten dabei

  1. Hardware: Ein LoRa-Board für 868 MHz – ein Heltec V3 gibt es ab rund 20 Euro, für unterwegs sind RAK oder LILYGO mit Akku und GPS die bessere Wahl. Wichtig ist nur die 868-MHz-Variante; 915 MHz ist für die USA und hier nicht zulässig.
  2. MeshCore flashen: Board per USB anstecken, den MeshCore-Flasher im Browser öffnen, als Rolle Companion wählen. Das dauert wenige Minuten und braucht keine Installation.
  3. Kanal scannen: App installieren (Android, iOS oder Desktop), per Bluetooth koppeln, dann Menü → Kanal hinzufügen → QR-Code scannen. Den QR-Code findest du auf der MeshCore-Seite, darunter auch den Schlüssel zum Kopieren, falls dein Gerät keine Kamera hat.

Eine Sache noch, weil sie erfahrungsgemäß für die meisten Fehlersuchen verantwortlich ist: Der Kanal allein reicht nicht. Zwei Geräte hören einander nur, wenn auch die Funkparameter identisch sind. In Österreich gilt dafür das Community-Preset EU/UK Narrow: 869.618 MHz, Bandbreite 62,5 kHz, SF8, Coding Rate 8 – in der CLI kurz set radio 869.618,62.5,8,8.

Achtung: Es kursieren noch ältere Werte (869.525 MHz, 250 kHz, SF11), teils als Voreinstellung. Damit hört man niemanden und wird von niemandem gehört. Das sieht aus wie ein Hardwaredefekt, ist aber nur das falsche Preset – der häufigste Anfängerfehler überhaupt.

Warum überhaupt eine andere Frequenz als der Default? Weil es eine Absprache ist, keine Vorschrift. Die Regulierung gibt ein Band frei, keine einzelne Frequenz: Im Bereich 869,4–869,65 MHz sind bis zu 500 mW e.r.p. bei 10 Prozent Sendezeitanteil zulässig, und beide Frequenzen liegen darin. Der Grund für die schmale Variante ist die Sendezeit – die 10 Prozent gelten pro Gerät und Stunde. Ein Paket mit SF8 und 62,5 kHz belegt die Luft deutlich kürzer als mit SF11 und 250 kHz. Dasselbe Stundenbudget reicht damit für mehr Nachrichten und mehr Nodes nebeneinander. Alle Werte und Quellen stehen auf der MeshCore-Seite.

Und jetzt?

Board schnappen, flashen, scannen, „Servus“ tippen. Wenn beim Einstieg etwas hakt, hilft dir in unserer Telegram-Gruppe jemand weiter – und sobald du drin bist, ohnehin auf #kf.

Wir sind gespannt, wie weit das Netz trägt. Jeder feste Knoten macht es besser.

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