Amateurfunk in Österreich

Der komplette Guide für Österreich, Deutschland, die Schweiz & Liechtenstein – Lizenz, Prüfung, Technik & Community (Stand 2026)

Was ist Amateurfunk?

Amateurfunk ist ein technisches Hobby, bei dem lizenzierte Funkamateure weltweit über Funk kommunizieren – mit Sprache, Morsezeichen, digitalen Daten oder sogar Bildern. Anders als beim Mobilfunk baut Amateurfunk auf ein dezentrales, netzunabhängiges System: Jede Station kann eigenständig senden und empfangen, ohne Internet, ohne Provider, ohne Infrastruktur.

In Österreich ist Amateurfunk im Telekommunikationsgesetz (TKG 2021) und der Amateurfunkverordnung (AFV) geregelt. Die Fernmeldebehörde (FB) im Bundesministerium für Finanzen ist für Prüfungen und Zulassungen zuständig.

Funkamateure dürfen ihre eigenen Sendeanlagen bauen, Antennen errichten und auf zugewiesenen Frequenzen von Kurzwelle bis Mikrowelle arbeiten. Damit ist Amateurfunk weit mehr als ein Hobby – es ist ein Experimentier- und Ausbildungsfunkdienst, der auch im Katastrophenfall eine zentrale Rolle spielt.

Amateurfunk in Österreich – Zahlen & Fakten

~7.400

zugeteilte Rufzeichen in OE

9

Bundesländer / Rufzeichenbezirke

3

Lizenzklassen

Österreich verwendet das internationale Präfix OE. Jedes Bundesland hat eine eigene Kennziffer: OE1 (Wien) bis OE9 (Vorarlberg). Kärnten ist OE8.

Die 3 Lizenzklassen in Österreich

Österreich kennt drei Bewilligungsklassen. Jede Klasse ist auf die nächsthöhere aufstockbar – du musst nur die Differenzprüfung ablegen.

Klasse Bezeichnung Frequenzen Max. Leistung International
Klasse 1 CEPT / HAREC Alle AFU-Bänder (KW + UKW) 200 W (1 kW High Power auf Antrag) Weltweit (CEPT-Länder)
Klasse 4 CEPT-Novice 160m, 80m, 15m, 10m, 2m, 70cm 100 W CEPT-Novice-Länder
Klasse 3 Einsteiger (Österreich) 2m + 70cm 100 W Nur Österreich

Empfehlung: Wir empfehlen direkt Klasse 1 (CEPT/HAREC) anzustreben. Der Aufwand ist überschaubar, und du hast damit weltweiten Zugang zu allen Frequenzen. Unser Amateurfunkkurs bereitet gezielt auf Klasse 1 vor.

Die Amateurfunkprüfung

Die Prüfung wird von der Fernmeldebehörde (FB) abgenommen und besteht aus drei Teilen:

  1. Rechtliche Bestimmungen – TKG, Amateurfunkverordnung, Frequenznutzungsverordnung, Betriebsvorschriften
  2. Technische Grundlagen – Elektrotechnik, Schaltungstechnik, Sender/Empfänger, Antennen, Wellenausbreitung
  3. Betriebliche Kenntnisse – Betriebsabwicklung, Q-Gruppen, Buchstabiertafel, Logbuchführung

Prüfungsdetails

Gebühr 71,00 Euro (inkl. Eingabegebühr)
Mindestalter Prüfung ab jedem Alter möglich, eigenes Rufzeichen ab 14 Jahren
Prüfungsorte Wien, Graz, Linz, Innsbruck, Klagenfurt, Hard – Prüfung an jedem Standort möglich (keine Wohnsitzbeschränkung seit 2020)
Format Multiple-Choice und offene Fragen
Vorbereitungszeit Ca. 3–6 Monate (kursbegleitend)

Amateurfunkkurs von KÄRNTEN FUNKT

Unser Amateurfunkkurs bereitet dich gezielt auf die Klasse 1 (CEPT/HAREC) Prüfung vor – die höchste Lizenzklasse, mit der du weltweit funken darfst. Der Kurs findet im Hybrid-Format statt: Online via Zoom und Präsenz in Villach. So können Teilnehmer aus ganz Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein bequem von zu Hause aus teilnehmen.

Was unseren Kurs auszeichnet

Nächster Kursstart

Unser nächster Amateurfunkkurs startet regelmäßig im Herbst und Frühjahr. Alle Details, Termine und Anmeldung findest du auf unserer Kursseite.

Kursdetails & Anmeldung →

Rufzeichen & Präfixe in Österreich

Jeder Funkamateur in Österreich erhält ein persönliches Rufzeichen mit dem Länderpräfix OE, gefolgt von der Bundesland-Kennziffer und einem individuellen Suffix.

Präfix Bundesland Präfix Bundesland
OE1 Wien OE6 Steiermark
OE2 Salzburg OE7 Tirol
OE3 Niederösterreich OE8 Kärnten
OE4 Burgenland OE9 Vorarlberg
OE5 Oberösterreich

Beispiel: OE8XKX ist die Klubstation von KÄRNTEN FUNKT in Kärnten (8).

Betriebsarten & Technik

Amateurfunk bietet eine enorme Vielfalt an Betriebsarten – von klassischer Sprache bis zu digitalen Datenprotokollen:

Sprache (FM, SSB, AM)

Klassischer Sprechfunk. FM auf UKW (lokal/regional), SSB auf Kurzwelle (weltweit). Die häufigste Betriebsart.

Morsetelegrafie (CW)

Die älteste Funkbetriebsart. Extrem effizient – geringe Bandbreite, große Reichweite. Seit 2003 keine Pflicht mehr bei der Prüfung.

Digital Voice (DMR, D-STAR, C4FM)

Digitale Sprachübertragung über Relaisfunkstellen und Netzwerke wie Brandmeister. Kristallklare Qualität.

Digitale Daten (FT8, APRS, Winlink)

FT8 ermöglicht weltweite Kontakte mit minimaler Leistung. APRS trackt Positionen. Winlink liefert E-Mail ohne Internet.

Bildübertragung (SSTV, ATV)

Standbilder (SSTV) oder Live-Video (ATV) über Funk. Von der ISS werden regelmäßig SSTV-Bilder gesendet.

Satellitenfunk & EME

Funkkontakte über Amateurfunksatelliten oder Erde-Mond-Erde-Reflexion. Faszinierende Weltraumkommunikation.

Alle Betriebsarten im Detail →

Frequenzen & Bandplan

Funkamateure in Österreich dürfen auf zahlreichen Frequenzbändern von Langwelle bis Mikrowelle arbeiten. Die wichtigsten Bänder:

Band Frequenz Typische Nutzung Reichweite
160m 1,8 MHz Nachtbetrieb, DX Europa
80m 3,5 MHz Regionalrunden, Notfunk 500–2.000 km
40m 7 MHz Europa-DX, Notfunk Europa / weltweit
20m 14 MHz Weltweiter DX-Betrieb Weltweit
2m 144 MHz Regional, Relais, APRS 50–200 km
70cm 430 MHz Lokal, DMR, D-STAR 20–100 km

Seit der Frequenznutzungsverordnung 2023 gelten in Österreich aktualisierte Leistungsgrenzen. Klasse-1-Inhaber können auf Antrag High Power bis 1.000 Watt in bestimmten Bändern nutzen. Das 6m-Band wurde auf 50–54 MHz erweitert (befristet bis 2030).

Vollständiger Bandplan →

Relaisnetz & HAMNET

Österreich verfügt über ein dichtes Netz an Relaisfunkstellen auf Bergstandorten. Relais empfangen auf einer Frequenz und senden gleichzeitig auf einer anderen – das ermöglicht Funkverbindungen über große Distanzen, auch mit Handfunkgeräten.

Wichtige Relaisstandorte in Kärnten: Dobratsch, Goldeck, Pyramidenkogel, Gerlitzen, Magdalensberg, Koralm und Petzen.

HAMNET (Highspeed Amateurradio Multimedia Network) ist das breitbandige Datennetz der Funkamateure – quasi ein eigenes Internet über Richtfunkstrecken, komplett unabhängig vom kommerziellen Netz.

Relaiskarte Kärnten →

Notfunk & Katastrophenschutz

Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, funktioniert Amateurfunk weiter. Bei Naturkatastrophen, Blackouts oder Großereignissen sind Funkamateure oft die erste und einzige Kommunikationsmöglichkeit.

In Österreich koordiniert A.R.E.N.A. (Amateur Radio Emergency Network Austria) den Notfunkbetrieb. Sowohl KÄRNTEN FUNKT als auch BOS-ARSA führen regelmäßige Funkübungen durch, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Österreichische Notfunkfrequenzen

Notfallkommunikation – alles Wichtige →

Lizenzfrei funken – PMR & CB

Du willst sofort loslegen, ohne Prüfung? Kein Problem. In Österreich gibt es zwei lizenzfreie Funkarten:

Lizenzfrei

PMR-446

16 Kanäle auf 446 MHz, max. 0,5 Watt. Kompakte Handfunkgeräte ab ca. 25 Euro. Ideal für Familie, Wandern, Nachbarschaft. Reichweite 1–5 km.

Lizenzfrei

CB-Funk (27 MHz)

40 Kanäle, 4W FM / 12W SSB. Regional 10–30 km, bei Überreichweiten auch hunderte Kilometer. Kanal 9 ist Notruf- und Anrufkanal in Österreich.

Beide Funkarten sind bei KÄRNTEN FUNKT fester Bestandteil der wöchentlichen Funkübungen.

Geräteempfehlungen →

Dein Einstieg in den Amateurfunk

Du willst starten? So geht’s:

1

Lizenzfrei einsteigen

Besorg dir ein PMR- oder CB-Funkgerät und mach bei den Funkübungen mit. Kein Vorwissen nötig.

2

Community beitreten

Tritt unserer Telegram-Gruppe oder Facebook-Gruppe bei. Fragen stellen, Gleichgesinnte finden.

3

Amateurfunkkurs besuchen

Unser Hybrid-Kurs bereitet dich auf die CEPT/HAREC-Prüfung vor – berufsbegleitend, mit 100 % Erfolgsquote.

4

Prüfung & Rufzeichen

Prüfung bei der Fernmeldebehörde ablegen, Rufzeichen erhalten – und die Welt steht dir offen.

Jetzt mitmachen →

Häufige Fragen zum Amateurfunk in Österreich

Brauche ich eine Lizenz zum Funken?

Für Amateurfunk ja – du brauchst eine Bewilligung nach bestandener Prüfung. PMR-446 und CB-Funk sind komplett lizenzfrei und für jeden erlaubt.

Was kostet der Einstieg in den Amateurfunk?

Prüfungsgebühr: 71 Euro. Einsteiger-Funkgerät (Handfunke): ab ca. 30–50 Euro. Kurs bei KÄRNTEN FUNKT: aktuelle Preise auf der Kursseite. Ein PMR-Gerät für den lizenzfreien Einstieg gibt es ab ca. 25 Euro.

Ab welchem Alter darf man die Prüfung machen?

Die Prüfung kann in jedem Alter abgelegt werden. Ein eigenes Rufzeichen wird ab 14 Jahren zugeteilt. Unter 14 kann man unter Aufsicht eines lizenzierten Funkamateurs funken.

Ist Amateurfunk noch zeitgemäß?

Absolut. Gerade in Zeiten von Blackout-Vorsorge und Katastrophenschutz ist netzunabhängige Kommunikation wichtiger denn je. Dazu kommen moderne Betriebsarten wie DMR, FT8, Satellitenfunk und LoRa/Meshtastic.

Kann ich mit einer österreichischen Lizenz im Ausland funken?

Mit Klasse 1 (CEPT/HAREC) darfst du in allen CEPT-Mitgliedsländern ohne Zusatzgenehmigung funken. Das umfasst fast ganz Europa, Türkei, Israel, Südafrika und weitere Länder.

Welche Klasse soll ich wählen?

Klasse 1 (CEPT/HAREC). Der Mehraufwand gegenüber Klasse 3 oder 4 ist überschaubar, aber du hast damit Zugang zu allen Frequenzen und kannst weltweit funken.

Was ist der Unterschied zwischen Amateurfunk und CB-Funk?

CB-Funk ist lizenzfrei, auf 40 Kanäle (27 MHz) und geringe Leistung beschränkt. Amateurfunk erfordert eine Lizenz, bietet dafür dutzende Frequenzbänder, höhere Leistung, Selbstbau von Geräten und weltweite Kommunikation.

Wo finde ich die nächsten Prüfungstermine?

Prüfungstermine veröffentlicht die Fernmeldebehörde (fb.gv.at). Prüfungen finden regelmäßig in Wien, Graz, Linz, Innsbruck, Klagenfurt und Hard statt.

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KÄRNTEN FUNKT

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