Das Kärntner MeshCore-Netz wächst, aber wir wissen noch kaum, wo es gut ankommt und wo nicht. Stand 24. Oktober sind rund 600 Zellen gemessen, gut 13 Quadratkilometer bei knapp 9500 Quadratkilometern Landesfläche. Der Rest wartet.
Dafür brauchen wir dich, und möglichst viele andere. Je mehr Leute mit Handy und Funkgerät eine Runde drehen, desto besser kennt das Netz seine Lücken. Davon hat jeder etwas: Nachrichten kommen verlässlicher an, und neue Repeater landen dort, wo sie am meisten bringen.
Es ist wie eine Handy-Empfangskarte, nur für unser Funknetz, und von den Leuten selbst gezeichnet.
Was dahinter steckt
Die App CoreDrive RX merkt sich, wo dein Gerät welchen Repeater hört, und trägt es auf die gemeinsame Karte ein. Ein Repeater ist eine fest aufgestellte Funkstation, die Nachrichten weiterreicht. Manche nennen so etwas Wardriving, gemessen wird aber nur, was bei dir ankommt.
Aus den Messungen sieht man, wo das Netz gut ist, wo es schwach ist und wo ein neuer Repeater am meisten bringt. Auf der Karte stehen dafür englische Wörter: strong (grün) heißt guter Empfang, medium (orange) knapp, weak (rot) unsicher. No signal (grau) heißt nicht „kein Empfang“, sondern „gehört, aber ohne Signalstärke“.
Wichtig: Ganz leer heißt nur: Dort wurde nichts aufgezeichnet. Die App legt etwa alle 15 Sekunden einen Punkt an, bei Autotempo bleiben deshalb auch auf einer gefahrenen Strecke Lücken. Schraffierte Kacheln („driven, nothing received“) heißen: ein Punkt, aber nichts gehört. Das ist kein Beweis für fehlenden Empfang, denn die nächste Fahrt hört dort vielleicht etwas. Die Karte zeigt auch das Grundrauschen, das mit Vorsicht zu lesen ist.
Wer genauer wissen will, was die Karte heute zeigt: Die Auswertung im Wiki listet es auf.
So misst du
Du brauchst einen MeshCore-Companion, also ein Funkgerät mit Bluetooth, das du mit dem Handy koppelst, und ein Handy mit GPS. Geräte findest du in unserer Geräteübersicht.
- Öffne coredrive.carinthiamesh.com. Auf Android nimmst du Chrome, am iPhone den kostenlosen Browser Bluefy aus dem App Store.
- Melde dich an und verbinde den Companion. Wer nicht mit dem Gerätenamen in der Rangliste stehen will, benennt ihn vorher um.
- Losfahren oder losgehen. Die App zeichnet selbst auf. Hast du unterwegs kein Netz, ist das egal: Sie schickt später nach.
Im Auto nimmst du den Companion mit, am besten mit Magnetfußantenne am Autodach, sofern das Gerät einen Antennenanschluss hat. Im Wageninneren schluckt die Karosserie Signal. Das Handy gehört in die Halterung, verbunden wird vor der Fahrt, und während der Fahrt bedienst du nichts.
Zu Fuß oder mit dem Rad trägst du das Gerät möglichst hoch, nicht in der Hosentasche.
Wohin du fahren kannst
Jede Strecke hilft. Am meisten bringt es dort, wo die Karte leer oder schraffiert ist oder nur Orange und Rot zeigt. Es gibt dort vielleicht Funklöcher, und die gehören genauso aufgespürt wie Gebiete, die nicht ideal abgedeckt sind. Die meisten schraffierten Kacheln liegen im Raum Viktring südlich von Klagenfurt und zwischen Feldkirchen und St. Urban. Dort lohnt eine zweite Fahrt, zu anderer Tageszeit und mit anderem Gerät: Sie zeigt, ob die Schraffur echt ist. In der Rangliste zählen Lücken mehr als Straßen, die schon jemand gefahren ist.
Wenn du einen Repeater planst: Fahr vorher zum Standort und miss nach. Siehst du dort mehrere Repeater in Grün, hängt ein neuer sicher am Netz. Siehst du nichts oder nur Rot, bringt Bauen dort nichts. Standorte, die gut aussehen, meld bei uns.
Noch kein MeshCore?
MeshCore ist ein Funknetz für kurze Textnachrichten, ohne Mobilfunk und Internet. Mitmachen kann jeder, ohne Lizenz und ohne Verein. Den Einstieg findest du auf unserer MeshCore-Seite. Auf der Karte kannst du schon vorher nachsehen, ob dein Wohnort erreichbar ist.
Datenschutz
Sichtbar sind die groben Messpunkte und der Gerätename in der Rangliste. Die App schickt auch Funksignale mit, die sie nicht zuordnen kann, private Nachrichten bleiben darin verschlüsselt. Details stehen im Wiki.
Die App kann außerdem einen optionalen Ping in den öffentlichen Kanal #coredrive senden. Er kostet Sendezeit bei allen Repeatern, lies vorher im Wiki nach.
So machst du mit
- Vorbereiten: App im richtigen Browser öffnen (Android: Chrome, iPhone: Bluefy), anmelden, Companion verbinden. Gerät bei Bedarf vorher umbenennen.
- Losfahren, am besten dorthin, wo die Karte noch leer ist. Und sag es weiter: Je mehr mitfahren, desto besser wird die Karte.
- Ergebnis ansehen auf der Karte, und in ein paar Wochen wieder fahren, weil sie nur frische Messungen zeigt.
Auf der Karte siehst du danach, wo an deiner Strecke etwas ankam. Wirkt die Spur lückenhaft, sieh in der App unter pending nach, ob alles hochgeladen ist.
